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Jährliche Einwohnerversammlung mit Innenministerin Magdalena Finke – Gemeinde, Kreis und Feuerwehr informieren über Vorsorge und Einsatzstrukturen

Bevölkerungsschutz in Barsbüttel – Gut vorbereitet auf den Ernstfall

Am 29. Oktober fand im Rathaussaal der Gemeinde Barsbüttel die jährliche Einwohnerversammlung statt. Der Einladung folgten rund 200 Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema Bevölkerungsschutz. Als Gastrednerin begrüßte Bürgervorsteher Henri Schmidt die schleswig-holsteinische Innenministerin Magdalena Finke, die mit einem Impulsvortrag auf die aktuellen Herausforderungen im Bevölkerungsschutz – vor allem in Schleswig-Holstein – einging.

(v.li.) Bürgervorsteher Henri Schmidt, Innenministerin Magdalena Finke und Bürgermeister Thomas Schreitmüller

Die Innenministerin machte deutlich, dass sich die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz verändert haben. Neben Naturkatastrophen rücken zunehmend auch Fragen der Verteidigungsfähigkeit und der Sicherheit kritischer Infrastruktur in den Fokus. Zugleich warb sie für Besonnenheit statt Panik und appellierte an die Eigenvorsorge: Jeder Haushalt sollte sich möglichst 72 Stunden selbst versorgen können. Dazu gehören unter anderem ausreichend Trinkwasser – empfohlen werden zwei Liter pro Person und Tag – sowie Lebensmittel und weitere wichtige Vorräte.

Dieses Thema griff anschließend auch Lars Frank, Leiter des Fachbereichs Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz vom Kreis Stormarn, auf. Hauptpunkt bildete in seiner Präsentation die Erläuterung, wie der Katastrophenschutz im Kreis organisiert ist. Er stellte die Aufgaben des Kreises als untere Katastrophenschutzbehörde und das Zusammenspiel von Verwaltungs- und Führungsstrukturen sowie den verschiedenen Hilfsorganisationen vor. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung des Ehrenamts deutlich: Allein die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis zählen rund 3.600 Einsatzkräfte. 

Gemeindewehrführer Norman Schumann gab anschließend einen Einblick in die örtlichen Strukturen. Barsbüttel verfügt über vier Feuerwachen und rund 190 Feuerwehrangehörige. Die Einsatzbereitschaft soll auch bei länger andauernden Stromausfällen durch Notstromversorgung an den Wachen gewährleistet bleiben.

Zudem sind im Gemeindegebiet vier Notfallinformationspunkte eingerichtet, an denen Bürgerinnen und Bürger im Krisenfall Informationen erhalten und Kontakt zur Außenwelt herstellen können:

  • Sporthalle der Erich Kästner Gemeinschaftsschule, Soltausredder 28
  • Schulsporthalle Willinghusen
  • Dorfgemeinschaftshaus Stemwarde
  • Mehrzweckhalle Stellau

Auch Bürgermeister Thomas Schreitmüller betonte, dass die Gemeinde bereits wichtige Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen habe. Ob Starkregen, Stromausfälle oder mögliche Gefahren für kritische Infrastrukturen: Entscheidend sei, die vorhandenen Strukturen weiter zu stärken und zugleich die Bevölkerung für die eigene Vorsorge zu sensibilisieren.

In der anschließenden Fragerunde brachten Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen hervor: unter anderem wurde die unzureichende Polizeipräsenz in Barsbüttel, der Umgang mit möglichen Drohnengefahren und die Notfallversorgung thematisiert. Die Innenministerin unterstrich, dass trotz notwendiger Einsparungen nicht an der inneren Sicherheit in den Gemeinden und Städten Schleswig-Holsteins gespart werden dürfe.

Mehrfach wurde ein besonderer Dank allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Hilfsorganisationen und Einsatzkräften ausgesprochen, die ihre Kräfte dem Gemeinwohl widmen und so dem Schutz der Bevölkerung vor möglichen Gefahren dienen. Bürgervorsteher Henri Schmidt nutzte die Gelegenheit auch für einen ganz persönlichen Dank: Nach einem Starkregenereignis war sein eigener Keller vollgelaufen. Die Freiwillige Feuerwehr half beim Abpumpen des Wassers. Ein Beispiel dafür, wie wichtig das Engagement der Einsatzkräfte auch ganz konkret im Gemeindegebiet ist.

Die zentrale Botschaft des Abends: Bevölkerungsschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Gemeinde, Kreis und Einsatzkräfte schaffen die notwendigen Strukturen – doch auch jede und jeder Einzelne kann einen wichtigen Beitrag leisten. Informationen zur persönlichen Notfallvorsorge bieten die Broschüren des Kreises Stormarn sowie die Internetauftritte des Kreises und der Gemeinde Barsbüttel. Weitere Informationen – auch mit den verschiedenen Broschüren zum Download – finden Bürgerinnen und Bürger unter: www.barsbuettel.de/bevoelkerungsschutz

Denn, wie es an diesem Abend treffend formuliert wurde: „Wenn man gut vorbereitet ist, sind die ganz schlimmen Sachen auch nicht mehr ganz so schlimm!“